Void Post-Installation (1)

*Diese Anleitung wurde zuerst von "alamannia" im alten [SystemDFree Forum](https://systemdfree.de/index.php?topic=306.0) veröffentlicht, wo sie immer noch betrachtet werden kann. Ich habe es lediglich ein wenig bearbeitet und dabei stellenweise an meine Gewohnheiten angepasst. Es ist also eine Anleitung, die man mit Bedacht benutzen sollte, weil der eine oder andere Punkt eventuell schon bei der Installation durchgeführt wurde.*

Einleitung

Bei der Installation eines Void-Linux-Basissystems mit der Void-Linux-ISO-LiveCD können die meisten Grundeinstellungen wie Systemtastatur-Belegung, Zeitzone, Host- und Benutzername, Passwort, und Benutzerkonto-Gruppenzugehörigkeit bereits eingegeben werden. Zur reibungslosen Funktion und zur individuellen Nutzung kann nach erfolgreicher Basisinstallation jedoch obligatorisch nachgerüstet, nachjustiert und/oder erweitert werden. Um sich mit dem Void-System vertraut machen zu können, werden hier einige nützliche Konfigurations-Möglichkeiten aufgezeigt.

Installation

Dazu startet man das System als Benutzer (mit Benutzername und Passwort), anschließend wird man ROOT-Administrator mit „su“ oder „sudo“ (Superuser) durch Eingabe des gewählten ROOT-Namens und ROOT-Passworts. Dies wird in der Eingabeaufforderung des Terminal angezeigt, indem statt dem üblichen „$“ jetzt ein „#“ steht.

Neustart und Update

Anschließend ist es höchste Zeit für ein Systemupdate durch Eingabe von:

xbps-install -Suv

Der Routinevorgang bei Installation, Deinstallation und beim Update verlangt dabei eine Bestätigung durch Eingabe eines „Y“ (Yes). Bei „N“ (No) wird der Vorgang abgebrochen.
Nach einem anschließenden System-Neustart durch…

reboot

…und anschließender Neuanmeldung mit ROOT-Administratorrechten (s.o.) ist es sinnvoll, für das weitere Vorgehen einen Shell-Bearbeitungs-Editor zu verwenden.
Da mir der Unix-Standardeditor vi als zu kompliziert erscheint, möchte ich die Konfigurationen hier mit dem einfachen und freien „nano“-Editor fortführen. Dieser muss allerdings erst installiert werden:

sudo xbps-install nano

Wichtigste nano-Befehle:
• Steuerung: mit Curser-, Tab- und Returntaste
• Speichern: mit Strg+o, dann Return
• Beenden: Strg+x

Nun kann zur Übung erst mal überprüft werden, ob unsere Konfigurationen von Tastatureinstellung, Zeitzone und Hostname bei der Systembasis-Installation auch tatsächlich eingetragen wurden:

cat /etc/rc.conf
cat /etc/hostname

Sollte der System-Tastatur-Belegungs-Keymap-Code immer noch nicht auf „de“ stehen und die Zeitzone „Europa/Berlin“ nicht anzeigen, kann dies entweder direkt über nano - oder durch folgende Befehle korrigiert werden

  • Tastaturbelegungs-Keymap korrigieren:
    sudo sed -i -e "s|#\?KEYMAP=.*|KEYMAP=de|" /etc/rc.conf

  • Zeitzonenlink korrigieren (wenn notwendig):
    sudo ln -sf /usr/share/zoneinfo/Europa/Berlin /etc/localtime

Zur Vergabe von Berechtigungen und Privilegien verschiedener Systemdienste sollen an dieser Stelle noch einige Befehlseingaben zu Benutzern und Gruppen erwähnt werden:

  • Benutzerkonto und Gruppenzugehörigkeit erstellen mit einer Gruppe, z.B.:
    useradd -m -g wheel -s /bin/bash USERNAME

  • Benutzerkonto und Gruppenzugehörigkeit erstellen mit mehreren Gruppen, z.B.:
    useradd -m -s /bin/bash -U -G wheel,users,audio,video,cdrom,input USERNAME

  • Benutzerpasswort ändern, wenn gewünscht:
    passwd USERPASSWORD
    [Hinweis: Benutzerpasswort muß zur Bestätigung zweimal eingeben werden]

  • Neue Gruppen (wie audio, video, storage, network, optical, user, wheel, u.s.w…) hinzufügen, z.B.:
    groupadd network

  • Benutzer zu einer Gruppe hinzufügen, z.B.:
    gpasswd -a USER audio

  • Gruppenzugehörigkeit als Benutzer ("$") überprüfen:
    groups USER

  • Benutzer-Systemzugriff in der Datei /etc/sudoers konfigurieren:
    EDITOR=nano sudo -E visudo
    [Hinweis: …durch das auskommentieren (–> Raute entfernen!) von:
    # %wheel ALL=(ALL) ALL]
    aber Vorsicht, in der Regel ist dies nicht notwendig und bei falschen Einträgen kann die Benutzbarkeit des Systems stark beeinträchtigt werden.

  • System-Xorg-Tastaturbelegung als ROOT-Administrator „#“ auf ,deutsch" umstellen:
    Da Void-Linux standardisiert auf die amerikanische Tastaturbelegung eingestellt ist, muss sie in der Xorg-Konfiguration für die deutsche Desktop-Oberflächen- bzw. Fenster-Manager-Nutzung auf die QWERTZ-Tastatur-Belegung umgestellt werden. Dazu verhilft eine im Terminal mit „nano“ erstellte Keymap (10-keyboard.conf), zu welcher ein Pfad angelegt werden muss:
    cd /etc
    mkdir X11
    cd /etc/X11
    mkdir xorg.conf.d
    mit nano die Datei /etc/X11/xorg.conf.d/10-keyboard.conf mit folgendem Inhalt erstellen:
    Section "InputClass"
    Identifier "any value works here"
    MatchIsKeyboard "on" # Limit these settings to keyboards
    # Driver "libinput"
    # Keyboard layout - comma-separated list for multiple layouts
    Option "XkbLayout" "de"
    # Keyboard variant - comma-separated list matching XkbLayout line
    Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
    EndSection
    [Hinweis: Tabulatur-Abstände im Script über die Tab-Taste.]
    [Nicht vergessen: Script speichern mit Strg+O, bestätigen mit Return und beenden mit Strg+X]

.bashrc

Der Ausbau der ~/.bashrc ist noch ein wichtiger Punkt, da diese bei Void sehr rudimentär ausgestattet ist. Dazu aber vielleicht später mehr…

Wer noch keine grafische Oberfläche installiert hat (Basis-Installation) kann jetzt den Xorg-Server des X-Window-Systems installieren.
Dazu kann Xorg entweder komplett…
xbps-install -S xorg
…oder minimal (nur die wichtigsten Dateien) installiert werden:
xbps-install -S xorg-minimal xorg-fonts xf86-input-synaptics xf86-video-intel
Einfacher ist es aber, gleich die gewünschte Desktop-Umgebung (xfce, Gnome o.a.) zu installieren. Dies bringt dann als Abhängigkeit gleich Xorg mit sich.
[Hinweis: Nach Installation ist zur Treiber-Aktivierung ein anschließender System-Neustart notwendig!]

Zur Installations-Verfügbarkeit zusätzlicher Anwendungspaketen kann dem xbps-Paketmanager die volle Kapazität der void-Repositories (z.B. debug, free, nonfree, multilib) hinzugefügt werden.

  • Weitere Repositories dem xbps-Paketmanager hinzufügen:
    xbps-install void-repo-nonfree void-repo-multilib void-repo-multilib-nonfree
    Danach können alle individuell benötigten bzw. gewünschten Anwendungspakete installiert werden.

Da Void als Init-System runit benutzt, sollte man sich mit den grundlegenden Befehlen zum Starten und Stoppen von Diensten vertraut machen:
sv up <services> # Service starten
sv down <services> # Service stoppen
sv restart <services> # Service neu starten
sv status <services> # Status abfragen

Für die Erkennung und Aktivierung verschiedener notwendiger System-Funktionen wie z.B. Login-Manager, acpi-Erkennung, alsa-Sound, USB-Mount-Funktionen, usw. sollte noch die Ausführung verschiedener Runit-System-Dienste aktiviert werden:

  • Verfügbaren Dienst aktivieren:
    sudo ln -s /etc/sv/XXXXX /var/service/
    Aktivierung: Mit System-Neustart aktivieren oder ‚ad hoc‘ über Eingabe:
    sudo sv start XXXXX
    mögliche Basis-Dienste, welche mit folgenden Befehlen gestartet werden sollten:
    ln -s /etc/sv/acpid /var/service/
    ln -s /etc/sv/alsa /var/service/
    ln -s /etc/sv/cgmanager /var/service/
    ln -s /etc/sv/consolekit /var/service/
    ln -s /etc/sv/dbus /var/service/
    ln -s /etc/sv/dmeventd /var/service/
    ln -s /etc/sv/sshd /var/service/
    ln -s /etc/sv/udevd /var/service/
    ln -s /etc/sv/uuidd /var/service/

  • Aktivierten Dienst deaktivieren:
    rm -f /var/service/XXXXX

  • Alle verfügbaren Dienste überprüfen:
    ls -l /etc/sv

  • Alle aktivierten Dienste überprüfen:
    ls -l /var/service/
    Je nachdem, ob ein Betriebssystem rein über die Konsole, einen grafischen Fenster-Manager oder ein Desktop-Environment betrieben wird, werden über die HOME-Partition bzw. den HOME-Ordner die individuellen Konfigurationen des Systems gespeichert. Dies kann entweder über neu erstellte Konfigurationsscripte oder aus Default-Systemordnern kopierte, abgeänderte oder erweiterte und dominierende Konfigurations-Überschreibungen funktionieren. Damit solche sensiblen Daten nicht versehentlich gelöscht werden, befinden sie sich in sogenannten versteckten Ordnern, welche vor dem kleingeschriebenen Ordnernamen mit einem Punkt versehen sind. Alle normalen sichtbaren Ordner sind nur zur Ablage von Dateien, Dokumenten, Downloads, usw.
    In der Regel ist das Home-Verzeichnis schon eingerichtet, wenn nicht (warum auch immer), könnten die gewünschten Unterverzeichnisse im Homeverzeichnis so angelegt werden:
    cd
    mkdir Bilder Dokumente Downloads Musik Video

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