Erfahrungen mit non-systemd OS und neuer HW

Eigentlich ging es in dem Thread mal um meine Erfahrung mit Artix und neuer Hardware, allerdings habe ich nach Installation mehrerer Distributionen festgestellt, das es gar nicht an Artix direkt liegt, sondern sehr wahrscheinlich an den Init Systemen in Kombination mit neuer Hardware (Stand 2021).

Also, was habe ich ausprobiert und was sind die Ergebnisse?

Erstmal zu der verwendeten Hardware:
Es ist ein Notebook mit einem AMD Ryzen 4600H und integrierter Vega GPU, dazu noch eine dedizierte nVidia 1650Ti GPU, Intel AX200 Wlan, und noch andere Sachen, die hier keine Rolle spielen, weil die Probleme mit der CPU und der GPU zusammenhängen.

Ausprobiert habe ich mittlerweile Artix mit jedem Init System, also OpenRC, S6, S66-Suite und runit, und auch in jeder Kombination mit dem Desktop von KDE, XFCE und LxQT. Alle ISOs waren die letzten weekly ISO builds.
Ja, ich habe tatsächlich 12 ISOs runtergeladen, und auch alle nicht nur im Live Modus ausprobiert, sondern installiert, alle Updates gemacht, und dann ein paar mal Aus- und wieder Eingeschaltet. Ansonsten wurde nichts installiert oder geändert.
Es war bei allen das gleiche, wie z.B. dass das backlight beim starten des Desktops abgedunkelt war, und zwar nicht immer gleich, sondern immer unterschiedlich, also manchmal waren 20%, dann aber wieder 80%, manchmal aber auch gar nicht. In den Systemeinstellungen stand der Regler aber immer auf 100%. Des Weiteren kamen die Probleme mit dem Wlan hinzu. Manchmal gingen dann keine Fenster mehr auf, ein anderes mal wurde keine Verbindung zum Wlan hergestellt, obwohl diese gespeichert war und als automatische Verbindung eingerichtet war.

Ausprobiert habe ich auch noch auch MXLinux in der Variante MX-19 mit XFCE und KDE Desktop. Hier war der Kernel 5.10.x im Einsatz, und auch hier zeigte sich das seltsame Verhalten vom backlight, und auch das Wlan hat sich nicht automatisch verbunden.
Es gibt ja auch noch MXLinux als MX-21 Beta, hier das gleiche Verhalten.

NitruxOS habe ich auch noch ausprobiert, aber das startete erst gar nicht nach der Installation.

Mein Fazit:
Neue Hardware und non-systemd Init Systeme scheinen wohl noch nicht so ganz zu funktionieren. Evtl. liegt es aber auch an der Kombination der HW in meinem Notebook, keine Ahnung.
Auf jeden Fall habe ich nach dem Wochende - Testmarathon im Moment keine Lust mehr.

Damit das keiner falsch versteht, auf meinen zwei anderen Computern, bei denen die HW etwas „älter“ ist, läuft Artix mit KDE ohne Probleme.

PS:
backlight-openrc habe ich ausprobiert unter Artix, funktioniert nicht und hat keine Auswirkung.


Das hier war der ursprüngliche Beitrag von mir:

Ich schreibe hier mal meine Erfahrungen mit Artix auf, vor allem mit meinem Notebook.

Artix habe ich von Anfang an unterstützt, hab denen ihr Forum gemacht (noch bevor es eigentlich offiziell war das sich Manjaro-OpenRC abspaltet und zu Artix wird), usw.
Am Anfang lief es eigentlich auch sehr gut, ich benutzte Artix schon immer mit KDE auf meinem normalen PC.

Im letzten Jahr im November hatte ich mir einen neuen Laptop geholt mit einem AMD Ryzen 4600H mit integrierter GPU und einer dedizierten nVidia GPU (brauche ich eigentlich nicht, war halt dabei).
Seit dem habe ich bestimmt schon mehr als 20 mal probiert Artix zu benutzen, aber es gab und gibt immer wieder Probleme. Wie einem anderen Thread erwähnt, habe ich letztens irgendwann wieder Artix drauf gemacht, und hatte es auch soweit hinbekommen.
Ich fange mal aufzuzählen was bei mir alles Probleme bereitet hat, und ich deswegen heute wieder Artix entfernt habe.

  1. Wenn Wlan aktiviert, gehen keine Fenster (also sowas wie Browser, Dateimanager, usw.) mehr auf. Im Artix Forum kam der Hinweis, dass dies mit dem hostname zusammenhängt. Gut, also hostname geändert, geht wieder. Zwischendurch kam der Fehler trotzdem manchmal, da half nur noch Wlan de- und wieder aktivieren. Wie das ganze mit dem hostname zusammenhängt weiß ich nicht, zumal mein hostname nichts systemspezifisches war (er war grid).
  2. Nach einem Update des Kernel auf 5.14.x war der Bildschirm immer nur noch bei 50% Helligkeit, obwohl er sowohl unter KDE als auch mit der Hardware (Fn-Tasten am Laptop) auf 100% stand. Also blieb mir nichts anderes übrig als Fn-Taste + Helligkeit zu drücken, um wieder die 100% zu bekommen.
  3. Bei jedem Neustart kam die KWallet und wollte mein Passwort, ansonsten ging Wlan nicht. Das habe ich ehrlich gesagt noch nie gesehen bei KDE, bei keiner Distribution in den letzten 15 Jahren.
  4. Ich habe meine Festplatte verschlüsselt, und die Zeit zwischen Eingabe des Passwortes und durchstarten in KDE dauerte gefühlt 3 Minuten. Bei anderen Distributionen dauert das zwar auch, aber eher zwischen 15 - 20 Sekunden. Beim Herunterfahren genau das gleiche, dauerte ewig bis die Festplatte „geschlossen“ wurde. Mir geht es nicht darum ob es nun 15 oder 60 Sekunden dauert, sondern darum, dass dies bei Artix um ein vielfaches länger dauert, ohne Grund.

Gibt bestimmt noch mehr Sachen, die mir jetzt gerade nicht mehr einfallen, deshalb lasse ich es mal so stehen.

Ich weiß auch nicht ob dies mit OpenRC zusammenhängt oder nicht, auf ein Abenteuer mit runit oder S6 hatte ich jedenfalls keine Lust mehr.

Artix ist für mich im Moment auf jeden Fall nicht zu gebrauchen.

Ich kenne mich ja nicht aus, hatte aber immer den Eindruck, dass bei vielen Distris KDE am meisten Probleme bereitet.
KDE ist m. W. sehr mächtig und reccourcenintensiv.

Ich habe mit KDE noch nie Probleme gehabt, und die Probleme von oben, haben auch nichts mit KDE zu tun.

Hallo daemon,
lässt sich schwer festmachen, woran deine Artix-Probleme tatsächlich hängen, zumal einer ja wirklich skurill ist. Aber ich habe kein Problem mit Artix, allerdings habe ich alles auf Openbox umgestellt.
Punkt 1. noch nie erlebt und wie gesagt, sehr skurill, da fällt mir nix ein. Hast Du vielleicht den Link noch?
Punkt 2. Naja, benutze Kernel 4.19, aber zwischen Helligkeit und Kernel kann ich mir schon eher einen Zusammenhang vorstellen, aber müsste das nicht jede Distri betreffen? Die haben doch bei Artix keinen gepatchten Spezialkernel?
Punkt 3. + 4. benutze ich nicht.

Ok, aber ich denke, das brauchen und können wir hier nicht ausdiskutieren, insofern würde mich nur der Beitrag interessieren, in dem auf Wlan und Hostname hingewiesen wird.

viele Grüße gosia

Was können und brauchen wir nicht hier auszudiskutieren? Ich stehe gerade auf dem Schlauch.

Ich habe es nochmal mit XFCE probiert, hier das gleiche verhalten (nur dass die Kwallet nicht kommt, hab ja auch kein KDE mehr). Dann habe ich noch andere Distributionen ausprobiert, auch mit dem 5.14er Kernel, hier wird der Bildschirm nicht abgedunkelt.
Auf einen Versuch mit runit oder S6 hatte ich gestern keine Lust mehr.

Hier noch der Link zum Artix Forum, ich war doch nicht der einzige der das Problem hatte, francesco hat(te) das auch.

Hallo daemon,

Warum Du mit Artix solche Probleme hast und bei mir läuft es gut.
Du nimmst kein Artix mehr und gut ist. Das ist ja auch eine Lösung.

viele Grüße gosia

Klar, braucht man nicht zu diskutieren. Frage mich halt nur wozu man dann ein Forum hat.

@Thats_me hat den Nachfolger von meinem Laptop, und hat/hatte auch Probleme mit Artix, auch wenn andere Probleme. Der Thread hat 76 Beiträge.

EDIT:
Ich habe geschrieben „im Moment“ nicht zu gebrauchen. Vielleicht hat ja jemand eine Idee woran es liegen könnte, vor allem das Problem mit dem Wlan (wie man sieht bin ich tatsächlich nicht der einzige der das hat).

Hi daemon,

hast du den hostname sowohl hier

sudo nano /etc/hostname

als auch hier

sudo nano /etc/conf.d/hostename

auf den gleichen, neuen hostename geändert?
Ich habe mal gelesen, dass in beiden Dateien der gleiche hostname hinterlegt sein sollte.

Allerdings unterscheiden sich ihre Syntax etwas:

In der /etc/hostname:

reallycoolhostname

In der /etc/conf.d/hostname:

hostname="reallycoolhostname"

Vielleicht hilft dir das weiter.

Gruß
Roberto

Ne, habe ich nicht.
Die Frage ist auch eher, warum Artix grid als hostname nicht will, jede andere Distribution hat keine Probleme damit.

Das ist allerdings eine sehr gute Frage, die ich dir leider auch nicht beantworten kann :frowning:

Ich glaube nicht, dass dies ein „muss“ ist. Ohne dass ich jetzt tiefer nachgeforscht habe ist es doch so, dass /etc/conf.d/hostname lediglich ein fallback für den Fall ist, dass /etc/hostname nicht existiert (steht auch so in meiner /etc/conf.d/hostname
„# Hostname fallback if /etc/hostname does not exist“
mit anderen Worten, /etc/hostname hat Vorrang und /etc/conf.d/hostname wird nur eingelesen, wenn /etc/hostname nicht existiert.

Wie gesagt, ich kann das nicht nachvollziehen. Aber ich habe sowieso Probleme mit der „Reduzierung“ auf den Hostnamen. Erstens ist „grid“ ein gültiger Hostname und dann spielt der Hostname eigentlich nicht die entscheidende Rolle, sondern intern wird der Hostname in die IP-Adresse umgesetzt (/etc/hosts). Ist also ähnlich wie das Verhältnis Username - UID. Aber was erzähle ich, dass wisst ihr selbst.
Der Link zum Artix-Thread war für mich aber auch nicht besonders hilfreich, weil ich da keine Erklärung finden konnte. Mir scheint da nur die Vermutung von Daemon einleuchtend
I think it’s the wrong driver for this Wlan card
obwohl ich immer noch nicht verstehe, was das Starten von Programmen oder öffnen von Fenstern mit dem Wlan zu tun hat. Ist doch in der Regel kein wlan im Spiel. Fällt mir nur die Frage ein, wie es ohne Wlan, per Kabel aussieht? Aber wie auch immer die Antwort aussieht, ich wüsste nicht, ob es weiterhilft.

viele Grüße gosia

Das bin ich. :slightly_smiling_face: :upside_down_face:

Angeschlossen ans LAN gibt es keine Probleme.

Für mich gibt es eine logische Erklärung, und zwar wie im Artix Forum schon gesagt, der Treiber stimmt nicht, deswegen wird das komplette „interne“ Netzwerk abgeschossen, und dummerweise funktioniert das X Window System vereinfacht gesagt auch auf Netzwerktechnik. Habe ich ja auch im ersten Beitrag im Artix Forum so geschrieben, also dass das X System weg ist. Und da dann logischerweise kein hostname mehr zur Verfügung steht, weiß der Display Manager auch nicht, wo die Fenster geöffnet werden sollen.

Da kommen anscheinend so viele Sachen zusammen, so dass das Resultat ist, das sich kein Programm mehr öffnen lässt.
Ich bin doch nicht der einzige der diese Wlan Karte hat, KDE und OpenRC benutzt.
War ja aber klar dass dies wieder mir passieren muss. :joy:

Für weitere Tests habe ich im Moment keine Nerven.

Hallo daemon,

Ja, richtig, das berühmte Client-Server-Modell. Trotzdem verstehe ich das noch nicht so richtig (oder es leuchtet mir nicht so ein). Schliesslich ist X im Normalfall nicht auf Wifi angewiesen, sonden läuft rein lokal unter Benutzung von Sockets. Und ich habe mal durch Überfliegen der man-Pages meine verschütteten Kenntnisse aufgefrischt. Da steht dann unter
man 7 X

local: The hostname part of the display name should be the empty string. For example: :0, :1, and :0.1

und nur bei TCP/IP kommt dann tatsächlich der Hostname ins Spiel:

TCPIP: The hostname part of the display name should be the server machine’s hostname or IP address. … For example: x.org:0, expo:0, [::1]:0, 198.112.45.11:0

aber das ist eigentlich per default abgeschaltet:

man xorg
TCP/IP: … This connection type is usually disabled by default

und so sieht es bei mir auch aus. Wenn ich die Prozesse ansehe, dann steht bei Xorg
-nolisten tcp vt7
Ganz abgesehen davon, dass es mein Vertrauen zu Linux doch etwas erschüttern würde, wenn ein einzelner poppliger Treiber das ganze System in den Abgrund reissen würde. Ja sind wir denn hier bei Windows???
Aber irgendwas in der Richtung wird es ja wohl sein, auch wenn ich es immer noch nicht so richtig verstehe.

viele Grüße gosia

Den Treiber hatte ich in Verdacht, aber ob der sowas zustande bringt? Keine Ahnung.

Könnte ja auch mit dem Bios/Uefi zusammenhängen, oder der linux-firmware, das da irgendwas nicht stimmt. Artix ist auch die einzige Distribution die ich nicht im Uefi Modus installieren kann.

Auf jeden Fall reisst irgendwas den ganzen X Server mit in den Abgrund sobald Wlan aktiviert wird.

Wäre ich nicht zu faul meine bestehende Installation zu sichern und wieder zurückzuspielen, würde ich das nochmal testen und die Logs speichern. Interessieren würde es mich ehrlich gesagt schon.
Ich hätte das, als Artix noch installiert war, genauer untersuchen sollen anstatt alles gleich platt zu machen.
Wäre auf jeden Fall, wenn wir es denn rausgefunden hätten, ein Pluspunkt fürs Forum gewesen eine Lösung anbieten zu können.


EDIT:
Ich installiere Artix am WE nochmal, genau so wie es vorher war.
Mal sehen ob ich es nochmal provozieren kann.

Hallo,

eventuell hat es was mit den Passwörtern zu tun, z.B.
Umlaute und Sonderzeichen bzw. englische/deutsche
Tastaturbelegung.

Zum testen könntest Du ja mal extrem einfache Passwörter
nehmen, die auf beiden Keylayouts gleich sind.

In der ganzen Kette kommen ja so einige Passwörter vor.
Vielleicht sogar mal ohne Verschlüsseln testen, um den Fehler besser einzukreisen.

Firmware könnte man mit einer funktionierenden Distro vergleichen, obwohl man dann testen muß, ob die bei Artix überhaupt korrekt geladen wird.
Mal mit lsmod schauen, was eine andere Distro so an Modulen läd.

Ansonsten dürfte sowas natürlich niemals passieren, die Anwendungen müssen starten, haben dann halt kein Internet oder zeigen eine Fehlermeldung, das keine Netzverbindung vorhanden ist.

Eventuell spielen noch die device-Bezeichnungen eine Rolle wie z.B. wlp4s0/Wlan0 usw.

Ich habe „einfache“ Passwörter, da gibt es nur Klein- und Großbuchstaben und Zahlen, keine Sonderzeichen usw.
Wenn ich nach grub das Passwort falsch eingebe, komme ich sowieso ins grub rescue, dann geht es nicht weiter. Genauso bei Anmeldung, Passwort falsch → kein Login.

Wie gesagt, bei anderen Distributionen keine Probleme.
Verglichen habe ich die allerdings noch nicht.

Keine Ahnung wie Artix bzw. OpenRC das macht, aber ich glaube die haben andere Bezeichnungen für die Netzwerkgeräte. Könnte evtl. auch daran liegen.


EDIT:
Was ich auch noch in Verdacht habe, ist der Netzwerkmanager. Gibt ja verschiedene, weiß auch nicht mehr welcher installiert war. Aber ich habe gesehen, das öfters die Verbindung weg war. Hat sich zwar selbst wieder verbunden, aber trotzdem gab es Störungen.

Ja, deshalb wurde auch der comman als default installiert,
weil der Networkmanager schon viel zu viel auf systemd optimiert ist. Da muß sicherlich bei Artix so einiges geändert werden.

Gerade heute bekamen die Artixer ein update von libmm-glib-1.18.0-1 und Zack gleich haben User Probs mit dem NM.

Dann weiß ich nicht warum bei mir der networkmanager installiert wurde, frisch von der Iso artix-plasma-openrc-20210830-x86_64.iso. Von connman weit und breit keine Spur.

Naja, wenn bei Artix keiner ist der mit KDE umgehen kann bzw. das richtig implementiert, dann sollen sie gar nicht erst eine KDE Version anbieten. Nur das Design drauf klatschen reicht halt bei KDE nicht.

Naja, bei mir ist es schon ein paar Monate her, ich hatte immer die xfce4 oder Mate Version und jedes mal war der comman vorinstalliert, das habe ich dann geändert, funktionierte aber auch nicht immer besonders gut.

Der comman ist zwar gewöhnungbedürftig, aber machte bei mir keine Probleme.

Das mit dem connman sieht bei mir auch so aus. Ich habe vor kurzem artix-xfce-openrc-20210726-x86_64 in einer VM zum experimentieren installiert und da ist von Anfang an connman per default mit dabei.
Im „alten“ Artix, das ich seit der Abschaffung von OpenRC in Manjaro benutze ist aber immer noch der Networkmanager aktiv und kein connman.
Aber auf beiden habe ich keine Probleme.

viele Grüße gosia